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Stadtumbau als Bürgerprojekt

2010: IBA Stadtumbau Sachsen-Anhalt

Demografischer Wandel

Deutschland liegt in der europäischen Geburtenstatistik an vorletzter Stelle. Ein weiterer Schrumpfungsfaktor bezieht sich auf den wirtschaftlichen Strukturwandel, der insbesondere Ostdeutschland nach dem politischen Systemwechsel im Zeitraffer traf. Tausende Betriebsschließungen und ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit führten zur Abwanderung vor allem junger und qualifizierter Menschen in wirtschaftlich stärkere westliche Bundesländer und ins Ausland. Außerdem steigt der Altersdurchschnitt der Stadtbevölkerung. Hinzu kommt die 1990 einsetzende Umlandzersiedelung: Viele Familien zogen aufs Land, immer mehr Innenstädte sind von Leerstand und Wertverlust betroffen. Diese Schrumpfungsprozesse erfordern ein kommunalpolitisches Umsteuern: Nur ein radikaler und konsequenter Stadtumbau kann die Probleme von Leerstand, Verfall und finanziellem Notstand der Kommunen lösen.

Neue Perspektiven für Städte im Umbruch

Um diesen Prozess anzustoßen, hat sich die Landesregierung im Jahr 2002 zur Durchführung der IBA Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 entschlossen, die von der Stiftung Bauhaus Dessau und der Landesentwicklungsgesellschaft SALEG organisiert wird. Als erste Internationale Bauausstellung in Deutschland befasst sie sich mit einem ganzen Bundesland. 19 Städte in Sachsen-Anhalt sind mit ihren spezifischen Themen an der IBA beteiligt. Ziel dieser IBA ist es, auf staatlicher und kommunaler Ebene in Sachsen-Anhalt eine besondere Expertise für die Praxis des Umbaus zu erstellen und dabei modellhafte Projekte der Stadtentwicklung unter den Bedingungen des demografischen Wandels und wirtschaftlicher Transformation zu erarbeiten. Im Abschlussjahr 2010 werden in den IBA-Städten exemplarische Lösungen für den Stadtumbau zu besichtigen sein, die auch auf andere Städte und Regionen übertragbar sind.

Instrumente und Methoden der IBA Stadtumbau 2010

Im Zentrum der Arbeit stehen inhaltliche Unterstützung und Beratung der beteiligten Städte bei der Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Ideen. Zu den zentralen Instrumenten und Methoden der IBA gehören u. a. Bürgerbeteiligung, öffentliche Aktionen sowie unterschiedlichste dauerhafte und temporäre künstlerische und architektonische Interventionen im Stadtraum. Dazu werden neue, auf die jeweiligen Gegebenheiten abgestimmte Methoden der Finanzierung, des Flächenmanagements, der Raumplanung und der Planungskultur entwickelt. Zu einer wichtigen Plattform für den Erfahrungs- und Ideenaustausch hat sich das IBA-Städtenetz entwickelt. Jenseits gesetzlicher Regularien werden vor allem informelle Instrumente und Arbeitsweisen eingesetzt, da die Situation des Umbruchs undogmatische und spezifisch angepasste Strategien und Handlungskonzepte erfordert.

Mehr Informationen

Text- und Bildveröffentlichung auf Basis der Ausstellungsbroschüre "IBA meets IBA" mit freundlicher Genehmigung des M:AI Museums für Architektur und Ingenieurkunst des Landes Nordrhein-Westfalen und der IBA Hamburg.
Bild: Doreen Ritzau

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letzte Änderungen: 13.4.2010 16:27

IBA-Memorandum

Das IBA-Netzwerk hat ein Memorandum zur Zukunft Internationaler Bauausstellungen erarbeitet, dass die Qualität zukünftiger IBAs sichern soll. mehr